Unsere Arbeit in den Kitas

• Für einen Zeitraum von 2,5 Jahren werden drei Bonner Kindertagesstätten bei der Weiterentwicklung ihres interkulturellen Profils begleitet und unterstützt. Es handelt sich um Kindertagesstätten in kommunaler Trägerschaft, die in verschiedenen Bonner Stadtteilen (mit relativ hohem Anteil von Familien mit Migrationshintergrund) angesiedelt sind und auf der Grundlage unterschiedlicher selbst entwickelter pädagogischer Konzeptionen arbeiten:

Das Team der Kita "Lummerland" in Bonn - Tannenbusch

o Kindertagesstätte „Rasselbande“ in Bonn-Kessenich (zwei-gruppig)
o Kindertagesstätte „Lummerland“ in Bonn-Tannenbusch (vier-gruppig)
o Kindertagesstätte „Unterm Regenbogen“ in der Bonner Nordstadt (drei-gruppig)

Das Team der Kita Rasselbande in Bonn-Kessenich


• Alle drei Einrichtungen sehen großen Handlungsbedarf im Hinblick auf die konsequente konzeptionelle Weiterentwicklung der interkulturellen pädagogischen Arbeit und möchten die Projektangebote dazu nutzen, über punktuelle Fortbildungen hinaus die grundsätzliche Ausrichtung ihrer pädagogischen Praxis gemeinsam zu verbessern und auszubauen.

• Als übergeordnetes Ziel wird die Verbesserung der Erziehungspartnerschaft von Elternhaus und Kindertageseinrichtung im Sinne des KJHG gesehen.

• Der Bonner Projektteil von „Vielfalt gestalten – Integration im Kindergarten“ setzt deshalb bei den ErziehungspartnerInnen an, den pädagogischen Fachkräften einerseits und den Eltern/Erziehungsberechtigten andererseits. Ihre Zusammenarbeit im Interesse des Kindes ist einem demokratischen Bildungsverständnis verpflichtet, das jedes Kind, unabhängig von Unterschieden (sozialer Status, Geschlecht, Religion, Sprache, ethnische Herkunft, Hautfarbe etc.), dazu befähigt, gleiche Chancen zu nutzen. Grundlage der Arbeit in den Kindertagesstätten ist der Anti-Bias-Ansatz, der die Voraussetzungen dafür schafft, den Kindergarten zu einem Lern-, Bildungs- und Lebensraum für alle Kinder zu machen.

Die Weiterbildung und Begleitung der Kita-Teams

Sie besteht aus drei Phasen:

• Reflexion der eigenen pädagogischen Arbeit im Team der Einrichtung, Sensibilisierung für die Voraussetzungen vorurteilsbewusster Erziehung und den Umgang mit Vielfalt, Bestandsaufnahme der bisherigen Praxis, Formulierung eigener Zielvorstellungen

• Entwicklung eigener Arbeitsansätze und Ideen in Kita übergreifenden Entwicklungswerkstätten zu verschiedenen Schwerpunkten (Sprachen, Religionen, Elternarbeit, Ausstattung und Materialien), Umsetzung in die pädagogische Praxis, gemeinsame Reflexion der neu erarbeiteten Ansätze

• Reflexion der Projektarbeit, Bestandsaufnahme und Planung der weiteren Arbeit: Welche Richtung weisenden Änderungen sind eingetreten? Wie geht es weiter? Welche im Team entwickelten Positionen werden konzeptionell verankert?

Die Zusammenarbeit mit den Eltern

• Parallel zur Arbeit mit den pädagogischen Teams der Einrichtungen werden die Eltern und Erziehungsberechtigten der Einrichtungen in die Projektarbeit einbezogen. In Absprache mit den pädagogischen Teams werden Angebote für Eltern initiiert und begleitet.

• Dabei geht es einerseits darum, Eltern durch Fortbildungen zu spezifischen Erziehungsfragen in ihrer Erziehungskompetenz zu unterstützen und zu stärken:
(Umgang mit Medien/Medienpädagogik, Mehrsprachige Erziehung, Förderung der Literalität, Gesundheitsprophylaxe, Kindliche Entwicklung und Bildung im Elementarbereich, etc.)

• Andererseits sollen Eltern Gelegenheiten und Raum haben, einander kennen zu lernen und sich untereinander und mit den pädagogischen Fachkräften auszutauschen. Gesprächskreise, Elternabende und Elterncafés zu Themen des Erziehungsalltags zeigen Eltern die Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Vorstellungen von guter Erziehung und Entwicklung ihrer Kinder und ermöglichen zugleich ein besseres Verständnis der im Kindergarten geleisteten Erziehungs- und Bildungsarbeit. Je transparenter und nachvollziehbarer die pädagogische Arbeit der Kindertagesstätten ist und je stärker Eltern mit ihren Bedürfnissen und Vorstellungen hinsichtlich der Erziehung und Entwicklung ihrer Kinder Ernst genommen werden, desto überzeugter können Familien die Einrichtung als „ihren“ Kindergarten erfahren.

• Gleichzeitig sollen natürlich auch die Eltern für vorurteilsbewusste Erziehung im Sinne des Anti-Bias-Ansatzes sensibilisiert werden. (Anerkennung der Vielfalt, gegenseitige Wertschätzung, Gemeinsamkeiten erleben, Solidarität) Eltern und ErzieherInnen sind wichtige Vorbilder, die Kindern nicht nur vorleben, wie Vielfalt als Normalität erfahren wird, sie tragen auch Verantwortung dafür, einseitige und diskriminierende Äußerungen, Abbildungen, Verhaltensweisen und Strukturen zu erkennen, Stellung zu beziehen und aktiv dagegen vorzugehen. Dabei können Eltern Kindern solidarische Umgangsformen zeigen. Eltern und Pädagogen sind Partner im Interesse der einzelnen Kinder und im Interesse der gemeinsamen Verpflichtung für ein Verständnis von Bildung, die alle Kinder gleichermaßen einbezieht und auf die Vielfalt der globalisierten Welt vorbereitet.





AKTUELLES

Aus dem Projekt:

Neu auf den Internetseiten von "Vielfalt gestalten": Die Rubrik Dossiers mit den Themen "Sprachen fördern", "Elternarbeit", "Inklusion & Anti-Bias".

Soeben erschienen:

Die Winterausgabe des Projekt-Newsletters "Kindergarten für alle". (6760kB) . Schwerpunktthema "Sprachen fördern Teil II".


Armut in Köln: "Die Türken stabilisieren das Viertel" schreibt die taz am 10.11.2008. Hier (38kB)

Chancengleichheit von Zuwandererkindern in Europa.
Cosmo, 31.10.08, 3'21
Hier (1569kB)


Weiteres aus der Presse finden Sie hier.